NymphensittichBlog

31 Juli 2006


Vom einsamen Nymphie zum Schwarmvogel

Kira ist eine Nymphensittichhenne, die etwa zwei Jahre lang mit einem Hahn zusammen lebte, der auf Menschen fehlgeprägt war. Der Hahn hat sie nicht beachtet, so dass sie quasi ein Einzelleben führte. Ihre Annäherungsversuche waren vergeblich.

Als die Besitzerin starb, sollten die Nymphen vermittelt werden. Leider hatte schon jemand anderes den fehlgeprägten Hahn als Einzeltier übernommen und es war kein Rankommen mehr an diese Leute möglich :(


Kira ist eine Henne die sehr viel Zuneigung sucht. Aber nicht vom Menschen.
Daher war es für die Erben sehr schwierig für Kira einen Platz zu finden. Denn es ist leichter einen auf Menschen fehlgeprägten Nymphensittich zu vermitteln. Aber Kira war zum Glück noch nicht verhaltensgestört.

Da in meinem Schwarm damals noch eine Henne fehlte war für mich klar – Kira (damals noch Paula) kommt zu mir! Mein Schwarm konnte es gar nicht abwarten die neue Henne zu begrüßen, und abends haben auch schon alle gemütlich zusammen gefressen.
Am nächsten Tag war der erste Freiflug den sie ohne Probleme bewältigte.

Selbst aus der Hand Sonnenblumenkerne zu nehmen war für Kira keine große Überwindung. Von einem scheuen Tier, wie die Vorbesitzer meinten, also keine Spur.
Kira hatte anscheinend viel nachzuholen, denn sie ließ sich von jedem Hahn im Schwarm treten. Auch ein bereits verpaarter Hahn nutze diese Gelegenheit. Nach zwei Jahren durfte Kira endlich Nymphensittich sein. Heute ist sie leider noch nicht verpaart, vielleicht braucht sie noch Zeit um sich vollständig zu resozialisieren oder die Hähne sagen ihr nicht zu.

Keine der Einschätzungen des Vorbesitzers traf zu, was Kiras Verhalten betrifft.
Im Schwarm Verhalten sich Nymphensittiche einfach artgerechter!

Mit Rechtsklick auf das Bild kann ein Video [etwa 2,4 MB] herunter geladen werden, in dem Kira zu sehen ist und zwei Hähne die sie nacheinander treten:

24 Juli 2006


Ein bisschen Außenvoliere für die Wohnstube

In freier Natur erleben Nymphensittiche Sonne, Regen und Wind. In der Wohnung fehlen diese Sinneseindrücke. Mit einem vergitterten Fenster kann man das Wohlbefinden der Vögel deutlich erhöhen.

Vögel können, im Gegensatz zum Menschen, den im Sonnenlicht vorhandenen ultravioletten Anteil sehen. Fehlt dieser Spektralbereich, nehmen sie Farben, z.B. die Gefiederzeichnung anderer Vögel, nicht richtig wahr. UV-Licht ist außerdem für die Bildung von Vitamin D3 wichtig. Normales Fensterglas absorbiert aber diesen wichtigen Bereich. Man kann im Handel verschiedene spezielle Lampen kaufen, die helfen dieses Defizit auszugleichen. Dabei sollte man unbedingt darauf achten, dass ein elektronisches Vorschaltgerät die Frequenz erhöht. Da Vögel eine Frequenz von etwa 150 Bildern pro Sekunde wahrnehmen können, sind Neonröhren für sie unangenehm. Denn sie flackern bei 50 Hz.

Doch auch wenn man seine Vögel in der Wohnung oder im Haus hält, müssen sie nicht vollkommen auf natürliches Sonnenlicht, Wind und Regen verzichten. Eine Möglichkeit ist, die Vögel in einer großen Voliere an ein geöffnetes Fenster, Balkontür oder auf die Terrasse zu schieben. Eine weitere -sehr angenehme- Lösung ist ein Gitterfenster.



In unserem Fall durften wir vom Vermieter aus keine Veränderungen an der Fassade vornehmen, als auch keine Löcher bohren. Wir haben altmodische Doppelfenster mit Holzrahmen. Das vergitterte Fenster führt zu einer grünen verkehrberuhigten Straße hinaus.
Der Einsatz auf den Bildern besteht aus einem Holzrahmen, der geleimt und vernagelt wurde. Darauf wurde sorgfältig entgrateter Volierendraht getackert. Es mussten keine Löcher in die Hausfassade gebohrt werden, da die bestehenden Halterungen für das äußere Fenster genutzt wurden. So können wir die Außenscheiben in den Sommermonaten durch das Gitter austauschen, ohne die Fassade zu beschädigen.
Kann man ein Gitterfenster an der Hauswand festschrauben, ist ein Rahmen aus Aluminiumprofilen sehr zu empfehlen. So ist die Vergitterung witterungsbeständig und lange haltbar.

Die Vögel lieben diesen Platz zum raus gucken, sonnen und auch leichten Wind genießen sie sehr. Wenn ich das Fenster öffne, sitzen sie meist innerhalb von Minuten auf den Korkbrettchen und beobachten die Umgebung. Fußgänger finden sie sehr interessant und ab und zu balzen die Hähne auch vorbei laufende Spaziergänger an…

02 Juli 2006


Elvis - Rupfer

Janine hat einen gerupften Lutinohahn aufgenommen, den sie uns hier vorstellt.

Elvis

Elvis ist einem Wellizüchter gebracht worden von Kindern, sie hatten ihn völlig entkräftet gefunden. Der richtige Besitzer konnte nicht ermittelt werden. Der Züchter behielt ihn eine Woche bei sich, falls sich der Besitzer doch noch melden würde, dann kam Elvis zu mir.

Elvis in Gesellschaft

Er lebt hier in einem kleinen Schwarm von vier Nymphen, zwei Damen namentlich Cora (wildfarben), Maya (fehlgeprägt, geperlte Lutino) und einem Hahn, Hannes (angehender Rupfer, Schecke). Elvis interessiert sich für Cora, hat mit ihr einen Tag nach seiner Ankunft schon eine Paarung vollzogen, seither aber keinen sonderlichen Kontakt zu ihr (kein Kraulen, etc).
Er scheint sich für Hannes zu interessieren (schwul? *g*) Er balzt sehr viel und laut, kann Vogelstimmen nachahmen und ist sehr intelligent, außerdem ein guter Flieger.

Die Vögel bekommen einen abwechslungsreichen Speiseplan, so dass sich auch Elvis Zustand hoffentlich bald verbessert.

Schwung- und Schwanzfedern wachsen bereits nach.



der gerupfte Bauch


Aktualisierung:
Die folgenden Fotos zeigen Elvis genau einen Monat später. Janine hat das Kerlchen gut gepäppelt und sogar Lebertran zugefüttert. Man erkennt gut, wie schön das Gefieder inzwischen nachgewachsen ist.

Elvis einen Monat später.



Das Gefieder an Bauch und Rücken wird immer dichter.

Diesen Bericht hat Janine verfasst.